Zum Jahresendspurt habe ich mir eine Fortbildung beim VDI zum Thema Systems Engineering gegönnt. Herr Alexander Beck von SEMP Consulting GmbH führte durch das spannende Seminar.

Meine Erkenntnis aus den letzten 10 Jahren im kleinen und mittelständischen Maschinenbau und der Zusammenarbeit mit anderen ähnlich gelagerten Partnern ist, dass es häufig bei Produktverantwortung, Produktmanagement und somit Produktarchitektur mangelt und entsprechend nur niedriger Standardisierungsgrad erreicht wird. Oftmals fehlt es auch beim Risikomanagement. Projekte scheitern mitunter, weil Anforderungen fehlen und Produkte oder Maschinen ungetestet zum Kunden gehen.

Doch gerade hinsichtlich der steigenden Komplexität zu entwickelnder Maschinen, Anlagen und Systeme ist eine strukturierte Vorgehensweise besonders wichtig. Denn je höher die Komplexität, desto höher das Risiko.

Hier wollte ich für mich einen neuen Impuls.

Definition nach INCOSE: Systems Engineering (SE) ist ein transdisziplinärer und integrativer Ansatz, der die erfolgreiche Realisierung, Nutzung und Stilllegung von entwickelten Systemen mittels der Verwendung von Systemprinzipien und -Konzepten sowie wissenschaftlichen, technologischen und Managementmethoden unterstützt.

Das passt sehr gut zu meinem Mindset und auch zu einem meiner Leitsprüche: „Do it right the first time!“

SE ist sehr umfangreich und auch ressourcenintensiv. Daher stellt sich die Frage, ob SE für den Mittelstand praktikabel ist. Hier gilt es nicht zu überziehen, eine Aufwand-Nutzen-Betrachtung zu machen und abzuwägen, wieviel von dieser Methode zum Unternehmen passt. Es gibt auch alternative Herangehensweisen.

Im Kern geht es um eine ganzheitliche, strukturierte und nachhaltige Sicht und darum komplexe Sachverhalte in einfachere Teile herunterzubrechen und beherrschbar zu machen. Und das ist sicherlich für jedes Unternehmen sinnvoll.